Zur Abmeldung der JSG-A-Jugend

Geschrieben von Soester Anzeiger am .

„Jeder A- bis B-Jugendliche der Gemeinde Lippetal soll die Gelegenheit haben, in einem heimatnahen Team zu spielen“, lautete im Frühsommer das Ziel bei der Gründung der SG Lippetal, die nach langen Vorgesprächen aus der Taufe gehoben wurde.

 

Mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattet gingen die Verantwortlichen der fünf Lippetaler Vereine mit einem breit aufgestellten Trainerteam ans Werk. Die anfängliche Euphorie verflog indes bei den A-Jugendlichen wie Flugsand in der Wüste. Mit 35 Spielern, aufgeteilt in zwei Mannschaften, unter der offiziellen Bezeichnung Jugendspielgemeinschaft Oestinghausen/Hovestadt/Lippetal in die Saison gestartet, vollzog sich ein schleichender Niedergang. Die A2-Junioren wurden zunächst auf ein „Neuner-Team“ reduziert, dann vom Spielbetrieb abgemeldet.

Die Hoffnungen, mit dieser Maßnahme zumindest die A1-Junioren im Spielbetrieb der Kreisliga A halten zu können, erfüllten sich nicht. Durch den dritten Nichtantritt folgte am vergangenen Freitag die Zwangsabmeldung durch die spielleitende Stelle.

Marco Hölscher, 1. Vorsitzender des TuS SG Oestinghausen, sprach Klartext: „Wir haben unendlich viel Zeit und Mühen investiert, zahlreiche Gespräche mit den Jugendlichen geführt, doch es nutzte alles nichts. Vielen Spielern waren anderweitige private Dinge wichtiger, als zur ihrer Mannschaft zu stehen. Die einzige Ausnahmen, die ich akzeptiere, sind die Rückzüge der Sport-Abiturienten wegen möglicher Verletzungen. In diesen Fällen geht es schließlich um deren Zukunftsplanungen.“

Hölscher stellt die SG Lippetal im Jugendbereich vom Grundsatz her nicht in Frage. „Für mich gibt es keine Alternative.“ Der Oestinghauser geht stark davon aus, dass um den kleinen Kreis der verbliebenen A-Jugendlichen und starken nachrückenden B-Junioren für die kommende Saison eine neue Mannschaft aufgebaut werden könne. Wichtig sei, dass sich alle beteiligten Vereine an die Vereinbarungen halten.

Jürgen Hahnebrink, Sportlicher Leiter der SG Lippetal, bezeichnete das Aus der beiden A-Jugend-Mannschaften als trauriges Faktum, das trotz alle Bemühungen nicht mehr zu verhindern gewesen sei. Er benutzte das Wort „Lustlosigkeit“ für das Verhalten etlicher Spieler. Hahnebrink sieht den Fortbestand der SG Lippetal keineswegs gefährdet: „Nach den derzeitigen Zahlen werden wir eine A-Jugend sowie in der B-Jugend zwei Teams stellen.“ Das Konzept der SG im Lippetal sei langfristig ausgelegt. Es sei gewöhnlich, dass es in den ersten Jahren Probleme zwischen beteiligten Vereinen gebe. Hier sei Kompromissbereitschaft und in bestimmten Fällen mehr Mitarbeit gefragt.

Thomas Ade, Jugendleiter von Germania Hovestadt, bezeichnete die Abmeldung der A-Junioren als „trauriges Kapitel“ der noch jungen Spielgemeinschaft. Auflösungserscheinungen sieht Ade indes keineswegs, bestätigte Hahnebrinks Zahlen. In einer Sitzung vor zehn Tagen, an der vom SC Lippetal Ulrich Strunk, Nicky Schwarze und Martin Stockhofe sowie vom VfJ Lippborg Peter Hörster teilnahmen, sei auch von diesem Personenkreis der Fortbestand der SG bekräftigt worden. „Alles andere wäre die Rückkehr zum Kirchturmdenken, mit dem niemand alleine überlebensfähig wäre“, ergänzte Ade. Für ihn sei auch eine Ausweitung in den C-Junioren-Bereich erstrebenswert.

Schwierig sei derzeit die „Gemengelage“ der handelnden Personen, die im Jugendbereich gemeinsam handeln, im Seniorenbereich aber durch die dortige Eigenständigkeit der Vereine „Gegner“ seien. Um Missverständnissen vorzubeugen, sei es aus Ades Sicht wünschenswert, ein schriftliches Regelwerk zu erstellen, in dem die wichtigsten Punkte wie unter anderem das „Hochschreiben“ der A-Jugendlichen festgelgt würden. -g

20150429a