Kunstrasenplätze beschäftigt Politik

Geschrieben von Soester Anzeiger am .

„Welcher Rasen darfs denn sein?“ Die Frage müssen Politik und Verwaltung bald in Sachen Kunstrasenplätze beantworten. Vier Beläge haben sich Vertreter der Fraktionen und aus der Verwaltung an umliegenden Plätzen angesehen.

Vier Plätze mit vier verschiedenen Belägen standen bei der Bereisung im Fokus von Politik und Verwaltung: Ein Platz in Wadersloh mit einem Kunstrasenteppich und einer geraden Faser, ein Platz in Oelde-Lette Teppich und Spiralfaser im Untergrund sowie ein gerade fertiggestellter Platz in Ennigerloh und einer in Drensteinfurt.

Rudolf Brinkmann, der die Planung der beiden Kunstrasenplätze in Herzfeld und Oestinghausen übernimmt, erklärte auf Nachfrage: „Die Lebensdauer solcher Kunstrasen-Teppiche beträgt etwa zwölf bis 15 Jahre, das gilt für alle Belege, die wir uns bei der Bereisung angesehen haben. Und auch die Tragschicht unter dem Teppich hält zwei bis drei Belegwechsel aus, so dass man mit 48 bis 55 Jahren planen kann.“

Preislich liegen die vier Kunstrasen-Beläge relativ nah beieinander, Unterschiede gibt es jeweils beim Granulat, das beigefügt wird und bei der Struktur der Fasern – so ist eine Spiralfaser wie die in Oelde-Lette verwendete geringfügig teurer.

Der Platz in Oelde-Lette kam bei der Bereisung gut an, so sagte Reinhard Pahl (SPD) im Bau- und Planungsausschuss: „Uns hat der Platz am besten gefallen.“

Fraktions-Kollege Norbert Flake wollte wissen, wie hoch die Verletzungsgefahr bei den vorgestellten Kunstrasenplätzen sei, einige Sportler hätten von Verbrennungen und starken Abschürfungen beim Spielen auf Kunstrasen berichtet. Planer Brinkmann erläuterte: „Alle vier vorgestellten Teppiche entsprechen den höchsten Zulassungstypen, nach Rücksprache mit den Vereinen gibt es wenig Probleme mit Verbrennungen. Eigentlich sollte der Verbrennungseffekt mit den neuen Techniken nicht mehr auftreten.“

Jetzt wird die Ausschreibung für den Bau der beiden Kunstrasenplätze in Herzfeld und Oestinghausen vorbereitet. Die öffentliche Ausschreibung soll im Herbst erfolgen, so dass der Baubeginn im Frühjahr des kommenden Jahres angepeilt werden kann und die Plätze im Herbst 2016 von den Sportlern nutzbar sind.

Sowohl der Bau- und Planungsausschuss als auch der Gemeinderat haben sich dafür ausgesprochen, die Arbeiten für die beiden Plätze gemeinsam auszuschreiben, allerdings mit einer Gegenstimme: Hermann-Josef Büftering (CDU) plädierte dafür, die Aufträge für die beiden Plätze jeweils einzeln zu vergeben. „Wir sollten die Arbeiten einzeln ausschreiben, um von den Erfahrungen aus dem Bau des ersten Platzes zu profitieren und sie miteinbeziehen zu können“, sagte er.

Planer Brinkmann argumentierte: „Bei Einzelausschreibungen der Plätze verzichten wir gegebenenfalls auch mögliche Vergünstigungen, das wäre weniger wirtschaftlich.“ Auch Bernhard Renner (CDU), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschuss meinte: „Wir können nicht zuerst einen Platz bauen und dann warten, ob er hält und ob alles gut ist oder nicht, sondern der zweite Platz muss sofort hinterher gebaut werden.“ Eugen Nölle von der Verwaltung ergänzte: „Wir haben drei Millionen Euro Haushaltsmittel für die Plätze vorgesehen, sind also vergaberechtlich in der Lage, beide Plätze auszuschreiben und eine möglichst wirtschaftliche Vergabe zu forcieren.“ - lau