1. Mannschaft

Personalnot nach dem Derby

Geschrieben von Soester Anzeiger am .

KREIS SOEST � Sie kreuzten erstmals in der Fußball-Historie die fußballerischen Klingen in der Bezirksliga, schritten wie stolze Ritter im Gefolge von Schiedsrichter Oguzhan Yüsekkaya von den Kabinen auf den Platz. Doch nach den 90 Minutentrotteten sie wie begossene Pudel in die Kabinen zurück. Freude jedenfalls kam weder bei Gastgeber SG Oestinghausen noch bei SW Hultrop auf. Das 1:1im Lokalderby freute so recht niemanden.

Dabei war aus den Worten von Günter Jochheim, Trainer der gastgebenden Schwarz-Gelben, sogar eine gehörige Portion Frust zu entnehmen. Und dies hatte weniger mit dem 1:1-Unentschieden zu tun, mit dem sie es versäumten den benachbarten Rivalen auf sechs Punkte zu distanzieren. Vielmehr wird ihm angst und bange angesichts der personellen Folgen des Derbys. Denn auf Jari Limbrock wird er wohl erneut in einigen Spielen verzichten müssen. Die Oberschenkel-Verletzung des Youngsters ist nach nur einer Viertelstunde wie-der aufgebrochen. „Ich kann in die Jungs nicht reingucken. Da muss ich darauf vertrauen, was sie mir sagen“, ist Jochheim frustriert, dass erneut einer seiner Schützlinge sich für fitter fühlte als er war. Schon bei Sebastian Brinker hatte Jochheim auf eine realistische Selbsteinschätzung eines Spielers vertraut mit der Folge, dass eine Zwangspause nötig wurde.

Beim Tabellenführer in Rheda wird Limbrock mit der erneut aufgebrochenen Verletzung daher ebenso fehlen wie Ruben Brinker, der sich die fünfte Gelbe Karte eingehandelt hatte. Und der vorzeitig vom Trainer ausgewechselt wurde, da er so in Rage war, dass die Gefahr Bestand, er könne sogar einen Roten Karton unter die Nase gehalten bekommen. So wie es bei Nico Scholz, nach dessen Privatfehde mit Hultrops Marcel Söhnholz, war. Mit einem Spiel Sperre wird es bei den beiden Kampfhähnen nicht getan sein. Scholz wird also auch im nächsten Kreisderby fehlen, das SGO gegen RW Westönnen führt. Die Partie ist auf den Allerheiligentag, Mittwoch, 1. November, 18 Uhr, in Oestinghausen vorgezogen werden. „Jetzt wird es personell noch enger“, fürchtet Jochheim, weitere Spieler aus der Reserve hochziehen zu müssen. Deren Spielertrainer Raschid Khan wurde schongegen Hultrop als Joker benötigt.

So arg erwischt hat es die Gäste von der Windmühle nicht. Insofern konnten die Schwarz-Weißen mit dem Unentschieden fast noch eher leben als die Schwarz-Gelben, auch wenn sich die Tabellensituation beim Vorjahres-Aufsteiger, der weiterhin auf einem Abstiegsplatzrangiert, durch den einen gewonnenen Zähler nicht verbessert hat. Immerhin aber schloss Hultrop zu Lohauserholz auf und verkürzte den Abstand zu Cappel auf einen Punkt. Die Sellemerten-Elf muss nun gegen das Spitzen-team aus Wiedenbrück Heimstärke beweisen, um an-schließend im Kellerduell in Cappel Farben bekennen zu müssen. Bis auf den gesperrten Söhnholz dürfte der Dirk Sellemerten im Gegensatz zu seinem Kollegen aus der Nachbarschaft dabei fast aus dem Vollen schöpfen können. � dw