Fußball-Schiedsrichter

Janasek neuer Schieri bei SGO

Geschrieben von DeMae am .

Andreas Janasek sitzt bereits auf heißen Kohlen. Noch muss sich der 44-Jährige aber bis zum letzten Märzwochenende gedulden, ehe er seinen Einstand im Fußballkreis Soest feiern kann. Angemeldet ist Janasek beim TuS SG Oestinghausen bereits seit einigen Monaten. Er wird in Kürze allerdings nicht die Schwarz-Gelben im Meisterschaftsendspurt der A-Kreisliga verstärken, sondern die Soester Schiedsrichterriege. Sechs Jahre war Janasek nach Beendigung einer langen aktiven Fußballerkarriere bereits in Berlin an der Pfeife, ehe die Liebe ihn nun in den Kreis Soest verschlug und er zu seiner Lebensgefährtin zog.

 JanasekAndreas„Ich bin schon gespannt darauf, wie hier gespielt wird, und auf die Unterschiede zu Berlin“, sagt Janasek. Klar ist schon jetzt, dass in der Börde die Dimensionen alle deutlich kleiner ausfallen. Während es in der Bundeshauptstadt gleich 13 Lehrgemeinschaften mit weit über tausend Schiedsrichtern gibt, hat der Kreis Soest lediglich eine Schwarzkittelgruppe zu bieten. „Aber auch in Berlin hatten wir immer gut zu tun, mussten pro Wochenende um die 1500 Spiele leiten“, erzählt Janasek, der zunächst mit Spielleitungen bei den F-und E-Junioren begann, als Ex-Fußballer dann aber schnell aufstieg.

„Zum Schluss habe ich in der Bezirksliga gepfiffen und stand in der Landesliga an der Linie“, berichtet der 44-Jährige. „Diesen Sprung möchte ich natürlich auch in Soest wieder schaffen.“ Besonders gerne gepfiffen habe Janasek in der Spree-Metropole Partien der zahlreichen Mannschaften mit Migrationshintergrund. „Da erlebt man häufig sehr schnelle Stimmungsschwankungen. Und weil der Schiedsrichter es ohnehin nie allen Recht machen kann, braucht man viel Mut, seine Entscheidungen durchzusetzen. Das bringt einem auch sehr viel für das normale Leben, so wird man schnell deutlich selbstbewusster“, sagt Janasek.

Zur Schiedsrichterei kam der Ex-Kicker übrigens durch die Europameisterschaft 2008 in Österreich. „Wir saßen daheim in einer Kneipe und einige Zuschauer haben sich permanent über den Schiedsrichter aufgeregt, ohne überhaupt die Regeln richtig zu kennen. Das wollte ich besser machen und habe mich für den nächsten Kurs angemeldet“, berichtet Janasek.

Bereut habe er die Entscheidung nie, vielmehr habe er „immer Spaß gehabt und viele neue Facetten des Sports“ kennengelernt. So galt es bei den jüngeren Kickern auch mal einen Schnürsenkel zu binden oder eine übereifrige Mutter vom Spielfeld zu schicken und bei den Größeren aufgebrachte Trainer sowie Zuschauer zu beruhigen.

„Schließlich ist es nicht immer einfach, die ganzen verschiedenen Charaktere unter einen Hut zu bringen“, so Janasek, für den nach dem Spiel alle Emotionen aber schnell wieder vergessen sind: „Wenn Trainer oder Betreuer nach dem Schlusspfiff zu mir kommen und sagen, ich hätte gut gepfiffen, dann bin ich zufrieden.“

Als absolutes Highlight aus Berlin bringt Janasek Einsätze bei internationalen Jugendturnieren, bundesweiten Schülervergleichsspielen und im Olympiastadion mit. „Da durfte ich das Vorspiel zur Bundesligapartie zwischen Hertha und Borussia Mönchengladbach vor über 20 000 Zuschauern pfeifen“, sagt Janasek.

Auf einige weitere solcher Höhepunkte hofft der 44-Jährige nun ebenfalls in seinem neuen Fußballkreis Soest – auch wenn wahrscheinlich zumindest die Zuschauerzahl häufig etwas kleiner sein dürfte. wm